Amadis Quartett, München und Oliver Klenk, Klarinette

Samstag, 24. Juni 2017, 20.00 Uhr

J. Haydn: Klarinettenquartett B-Dur, op. 76 Nr. 4
J. Haydn:  Streichquartett C-Dur, “Kaiserquartett“, op. 76 Nr. 3
W. A. Mozart:    Klarinettenquintett A-Dur, KV 581

 24.6.OliverKlenk

PERSONALIA:
Der gebürtige Stuttgarter Oliver Klenk studierte Klarinette in München und in Weimar. Als Mitgründer und Klarinettist des Ensembles „Zeitsprung“ widmet sich Oliver Klenk intensiv der zeitgenössischen Musik und konnte schon mit Komponisten wie Jörg Widmann zusammenarbeiten. Des Weiteren ist er Mitbegründer des Ensembles „La folia“. Er ist regelmäßig in namhaften Orchestern wie dem Bayerischen Staatsorchester München, dem Münchner Kammerorchester und dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn tätig.

 

Bereits im Alter von fünf Jahren erhielt die gebürtige Oettingerin Uta Hannabach, geb. Dietl, ihre ersten Geigenstunden von ihrer Mutter Ortrun Dietl. Die Musikerinnen des Amadis Quartetts kennen sich bereits seit 20 Jahren. Ihr Instrumentalstudium absolvierten sie an der Hochschule für Musik und Theater München. Wertvolle Impulse erhielten sie von Prof. Hariolf Schlichtig, Prof. Kurt Guntner und Prof. Christoph Poppen sowie bei Meisterkursen u.a. bei Eberhard Feltz, Michael Vogler sowie Mitgliedern des Alban-Berg-Quartetts. Die vier Musiker spielen in namhaften Orchestern wie dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks sowie dem Münchner Rundfunkorchester, sind aber auch freischaffend und in Originalklangensembles (u.a. Hofkapelle München) tätig.24.6.AmadisQuartett

WERKBESCHREIBUNGEN:
Als Wolfgang Amadeus Mozart 1789 sein Klarinettenquintett A-Dur KV 581 komponiert hatte, war die Klarinette ein noch junges Instrument. An der kaiserlichen Hofkapelle in Wien gab es trotzdem bereits einen legendären Klarinettisten und Meister seines Fachs, den Österreicher Anton Stadler, ein Freund Mozarts. Für ihn und wahrscheinlich für die von ihm weitentwickelte »Bassettklarinette« hatte Mozart sein Quintett ursprünglich komponiert. Besonders reizvoll an der Komposition war wohl der Umstand, dass die Konstellation Klarinette / Streichquartett ohne jedes musikalische Vorbild war. Mozart lässt hier zwei vollkommen unterschiedliche Klangwelten aufeinandertreffen: der sangliche Ton der Klarinette, der der menschlichen Stimme nahekommt, mit dem homogenen Klang des Streichquartetts, wobei die Virtuosität der solistischen Klarinette nie Selbstzweck ist oder aufdringlich anmutet. Zwar ist sie über weite Teile führend, aber immer nur so viel, wie es Kammermusik als harmonisches Ganzes erlaubt.

Als Joseph Haydn im Jahr 1797 seine sechs Streichquartette op. 76 vollendete, konnte der 65-Jährige auf eine bereits mehrere Jahrzehnte alte Geschichte dieser Gattung zurückblicken, an deren Weiterentwicklung er mit seinem eigenen Schaffen wie kein anderer teilhatte. Mit den sechs dem Wiener Mäzen und Grafen Joseph Erdödy gewidmeten Quartetten op. 76 erreichte Haydn abermals eine neue qualitative Stufe der Streichquartettkomposition. Den Beinamen „Sonnenaufgang“ bekam das Werk, weil der Kopfsatz mit seinen weitgeschwungenen Geigenmelodien aus „dämmrigen“ Klangflächen hin zum strahlenden B-Dur-Fortissimo ein nahezu romantisches Hörerlebnis auslöste. Die Fassung für Klarinette, Violine, Viola und Violoncello ist eine Bearbeitung von Vincenzo Gambaro (1785–1824). Schon in der damaligen Zeit waren Bearbeitungen durchaus üblich und ein probates Mittel, um die vorhandene Literatur (in diesem Fall für die Klarinette) zu erweitern.

Seine außerordentliche Bekanntheit und den Beinamen „Kaiserquartett“ verdankt das C-Dur-Quartett dem zweiten Satz, einem Variationensatz über die im Januar 1797 von Haydn fertiggestellte Kaiserhymne »Gott erhalte Franz den Kaiser«, die am 12. Februar desselben Jahres dem Geburtstag Kaiser Franz’ II., erstmals gesungen wurde und deren Melodie heute der deutschen Nationalhymne zugrunde liegt. Das vierstimmig erklingende Thema, dessen hymnische Liedmelodie in der ersten Violine sowie in den folgenden vier Variationen wie ein cantus firmus streng beibehalten wird, verarbeitete Haydn im damals modernen Stil der sogenannten cantus-firmus-Variation.


PROGRAMM:

Joseph Haydn (1732–1809)
Streichquartett B-Dur, op. 76 Nr. 4 „Sonnenaufgang“,
arr. für Klarinette und Streichtrio

Allegro con spirito
Adagio
Menuetto
Finale. Allegro ma non troppo

Joseph Haydn (1732–1809)
Streichquartett C-Dur, op. 76 Nr. 3 „Kaiserquartett“

Allegro
Poco adagio
Menuetto
Finale. Presto

*** PAUSE ***

Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)
Klarinettenquintett A-Dur, KV 581

Allegro
Larghetto
Menuetto
Allegretto con variazioni