Bayerisches Kammerorchester Bad Brückenau (Galakonzert)

Sonntag, 24. September 2017, 17.00 Uhr
Solist: William Youn, Klavier
Leitung: Johannes Moesus

J. Haydn: Ouvertüre zur Oper "L' isola disabitata", Hob. XXVIII:9
W.A. Mozart:   Klavierkonzert B-Dur, KV 595
E. Grieg: Zwei elegische Melodien, op. 34
J. M. Kraus: Sinfonie Es-Dur, VB 144

 

PERSONALIA:
Als einen „echten Poeten“ mit „bravouröser Anschlagstechnik“ lobt die Presse den 1982 geborenen Pianisten William Youn. Seine Ausbildung begann Youn in Korea. In frühester Jugend zog er nach Amerika, wechselte später erneut den Kontinent und ging an die Musikhochschule Hannover sowie als Stipendiat an die Piano Academy Lake Como, wo er mit Künstlerpersönlichkeiten wie Karl-Heinz Kämmerling, Dmitri Bashkirov, Andreas Staier, William Grant Naboré oder Menahem Pressler regelmäßig zusammenarbeitete. Seit vielen Jahren lebt der Pianist nun in seiner Wahlheimat München. Er konzertiert international von Berlin über Seoul bis New York mit Orchestern wie dem Cleveland Orchestra, den Münchner Philharmonikern oder dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin. Bereits 11 CDs sind von Youn im Handel erhältlich, v.a. die Mozart-Werke beim Label Oehms Classics werden von der Fachpresse immer wieder hoch gelobt.24.9.Youn William

WERKBESCHREIBUNGEN:
Schon die österreichische Kaiserin Maria Theresia wusste die Opern von Joseph Haydn sehr zu schätzen, wie sie um 1770 kundtat: „Wenn ich gute Opern hören möchte, gehe ich nach Eszterháza.“ Neben vielen anderen seiner Werke verfasste Haydn die meisten seiner Opern im Auftrag der Familie Esterházy, wie auch „L’isola disabitata“, eine zweiaktige Opera seria. Diese handelt von Fernando, dessen Gemahlin Constanze und ihrer Schwester Silvia, die von Seeräubern überfallen werden. Während die Frauen sich auf eine unbewohnte Insel retten können, wird Fernando entführt. Nach seiner Gefangenschaft macht er sich gemeinsam mit seinem Gefährten Enrico auf die Suche nach Constanze und Silvia. Erst nach dreizehn Jahren treffen sie wieder aufeinander. Obwohl Constanze Fernando zuerst der Treulosigkeit beschuldigt, finden beide kurz darauf wieder zueinander. Zuletzt erklärt Enrico Silvia seine Liebe zu ihr.

Nach dem Wolfgang Amadeus Mozart im Jahr 1788 mit seinem Klavierkonzert in B-Dur KV 595 begonnen hatte, ließ er die Arbeit an diesem für einige Jahre ruhen, bis er es schließlich am 5. Januar 1791 als insgesamt fünfzehntes und somit letztes seiner Klavierkonzerte fertiggestellt haben soll. Die Uraufführung in Wien war der letzte öffentliche Auftritt Mozarts als Pianist. In diesem Werk spiegelt sich die langanhaltende Beschäftigung Mozarts mit Opern wider. So stehen sich wie bei einer Arie das Klavier als Solist und das Orchester in einem abwechslungsreichen musikalischen Dialog gegenüber. Insgesamt weist dieses Werk einen virtuosen, jedoch sehr schlichten Stil auf. Im Vergleich zu Mozarts früheren Klavierkonzerten ist es eher zurückhaltend und nicht so prunkvoll.

Der im Jahr 1843 im norwegischen Bergen geborene Edvard Grieg zählt zu den wichtigsten skandinavischen Komponisten des 19. Jahrhunderts. Zeit seines Lebens unternahm er viele Reisen, wodurch er mit zahlreichen anderen berühmten Komponisten zusammentraf, wie beispielsweise Johannes Brahms oder Franz Liszt. In seinen Werken nutzt Grieg eine für ihn typische herbe und nordische Musiksprache mit Einflüssen der Volksmusik. Im Jahr 1880 gestaltete Grieg von seinen zwölf Liedern op. 33 das zweite und das dritte für Streichorchester um und veröffentlichte die Variationen als „Elegische Melodien“. Griegs Absicht bei diesem Werk war, die ursprüngliche Stimmung aus den beiden Liedern auf eine melancholische, ja schwermütige Atmosphäre umzuarbeiten.

Ohne besondere Vorkenntnisse oder ein Musikstudium machte sich der Göttinger Jurastudent Joseph Martin Kraus auf Empfehlung eines schwedischen Kommilitonen im Alter von 22 Jahren auf den Weg nach Schweden, wo er sich als Komponist ausgab, um Geld zu verdienen. Damit war er recht erfolgreich: Er konnte sich in das schwedische Musikleben einbringen, war in Stockholm für den schwedischen König als Hofkapellmeister tätig und konnte sich somit einen Namen machen. Für seine Kompositionen ist der eher schroffe und verschlossene Stil typisch,  gegensätzlich zu dem Stil Mozarts, mit dem Kraus häufig aufgrund seiner ähnlichen Lebensdaten verglichen wird. Die Werke beider Komponisten sind jedoch von ähnlicher Genialität und stehen sich in der Fachwelt hinsichtlich der Virtuosität in nichts nach. 


PROGRAMM:

Joseph Haydn (1732–1809)
Ouvertüre zur Oper „L’isola disabitata“, Hob.XXVIII:9 

Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)
Klavierkonzert B-Dur, KV 595

Allegro
Larghetto
Rondo. Allegro

*** PAUSE ***

Edvard Grieg (1843–1907)
Zwei elegische Melodien, op. 34

Herzwunden
Letzter Frühling

Joseph Martin Kraus (1756–1792)
Sinfonie Es-Dur, VB 144

Allegro
Larghetto
Allegro