Camerata Europeana

Sonntag, 01. Oktober 2017, 17.00 Uhr
Leitung: Radoslav Sculz

J. Haydn: Sinfonie „Le Matin“ Nr. 6 D-Dur, Hob. I:6
J. Haydn:  Sinfonie „Le Midi“ Nr. 7 C-Dur, Hob. I:7
Werke von A. Vivaldi und W.A. Mozart

 

PERSONALIA:
Immer wieder begeistert das Orchester Camerata Europeana das Publikum in Oettingen. In diesem Ensemble spielen Musiker aus ganz Europa. Durch deren Spielfreude und außerordentliche Qualität genießt das Orchester im In- und Ausland einen exzellenten Ruf. So konnte das Orchester im Jahr 2002 auf Einladung der Deutschen Botschaft in Moskau, zusammen mit dem Moskauer Orchester „Musica Viva“, ein umjubeltes Konzert in der Moskauer Tschaikowsky-Philharmonie zu Gehör bringen. Die letzten Jahre glänzte das Orchester bei Konzerten im Rahmen von namhaften Festivals wie dem „Heidelberger Frühling“ oder den „Sommets Musicaux de Gstaad“.1.10.Camerata Europeana

Dirigent Radoslaw Szulc ist sowohl erster Konzertmeister des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks als auch Leiter dessen Kammerorchesters. Die Arbeit mit Dirigenten wie Lorin Maazel, Mariss Jansons und Riccardo Muti inspirierte Radoslaw Szulc zu seiner eigenen Dirigenten-Laufbahn. Kein Geringerer als Sir Colin Davis empfahl ihn an die renommierte Dirigentenklasse von Leopold Hager an die Musikhochschule Wien. Nach seinem sensationellen England-Debut 2007 beim City of Birmingham Symphony Orchestra dirigiert er inzwischen Orchester wie die Bamberger Symphoniker, das Orchestre de Chambre Lausanne oder das MDR Sinfonieorchester Leipzig.


WERKBESCHREIBUNGEN:
Die Entstehungszeit von Wolfgang Amadeus Mozarts Fragment für Violine, Viola, Violoncello und Orchester A-Dur wird in die Nähe der Sinfonia Concertante für Violine und Viola Es-Dur, KV 364, aus dem Jahr 1779 eingeordnet. Es zählt zu einem der schönsten unvollendeten Werke Mozarts. Leider wird es selten im Konzertsaal aufgeführt. Es kam zu einigen Rekonstruktionsversuchen des Fragments, unter anderem vom Pianisten und Dirigenten Robert Levin, der auch in dieser Saison 2017 bei uns in Oettingen zu Gast ist.
Zwischen 1773 und 1776, während Mozart in Salzburg für den Fürsterzbischof arbeitete, komponierte er seine wichtigsten Werke für Violine und Orchester, so auch das Violinkonzert A-Dur, KV 219. Dieses Violinkonzert beginnt mit einer Orchester-Tutti-Exposition, anschließend kommt es zu einem ungewöhnlichen Soloeinsatz der Violine mit einem sinnierenden Adagio, bevor sie dann erst das Hauptthema aufnimmt. Der Schlusssatz besteht aus ungarischem Volkston und türkischer Janitscharenmusik, der berühmte „a la turca“-Abschnitt, bei dem alle Bassinstrumente mit dem „umgedrehten“, also mit dem Bogenholz spielen.

Sie sind ein Meilenstein auf dem Weg des Sinfonikers Joseph Haydn, die drei Tageszeiten-Sinfonien – Le Matin (Der Morgen), Le Midi (Der Mittag) und Le Soir (Der Abend). Mit diesen stellte er sich dem Fürsten Nikolaus von Esterházy und dessen Hofstaat vor und blieb diesem anschließend für drei volle Jahrzehnte verpflichtet. Möglicherweise gehört zu den Tageszeiten-Sinfonien noch ein viertes, nicht erhaltenes Werk „La Nuit“ (die Nacht).
Die Sinfonie Nr.6 „Le Matin“ beginnt mit einer langsamen Einleitung und zeichnet dabei musikalisch einen wunderbaren Sonnenaufgang. Das sich anschließende Allegro lässt den Blasinstrumenten viele solistische Möglichkeiten. Die Sinfonie zeigt nicht nur Haydns musikalischen Erfindungsreichtum, sondern auch sein psychologisches Geschick, denn er schrieb für die Stimmführer der Streicher und für die Bläser viele dankbare und wirkungsvolle Partien. Dadurch war ihm die Begeisterung der Orchesters und auch des Fürsten sicher.
Auch in der 1761 komponierten Sinfonie Nr.7 „Le Midi“ wird die Tradition des „Concertos“ aufgegriffen: Der Orchesterklang ist im Sinne des konzertierenden Prinzips aufgefächert. Aus den Streichern treten zwei Violinen und ein Violoncello solistisch hervor; ebenfalls erhalten die Bläserstimmen konzertierende Aufgaben.
Haydn schieb selber: „Mein Fürst war mit allen meinen Arbeiten zufrieden, ich erhielt Beifall, ich konnte als Chef eines Orchesters Versuche machen, beobachten, was den Eindruck hervorbringt, und was ihn schwächt, also verbessern, zusetzen, wegschneiden, wagen; ich war von der Welt abgesondert. Niemand in meiner Nähe konnte mich an mir selbst irre machen und quälen, und so musste ich original werden.“ Diese bekannte Aussage bezieht sich auf Haydns Bemühen um „wirkungsvolles" Komponieren – auch in Fragen der Rhythmik und Proportion, des instrumentalen Gleichgewichts und der Satztechnik – und auf das Thema Originalität in der allgemeinen Bedeutung, keinen Vorbildern zu folgen oder keiner „Schule" anzugehören.


PROGRAMM:

Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)
Fragment für Violine, Viola, Violoncello und Orchester
A-Dur, KV Anh. 104 (320e)

Allegro

Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)
Konzert für Violine u. Orchester A-Dur, KV 219

Allegro aperto
Adagio
Rondeau

*** PAUSE ***

Joseph Haydn (1732–1809)
Sinfonie „Le Matin“ Nr.6 D-Dur, Hob. l:6

Adagio-Allegro
Adagio-Andante-Adagio
Menuet
Finale Allegro

Joseph Haydn (1732–1809)
Sinfonie „Le Midi” Nr.7 C-Dur, Hob. l:7

Adagio-Allegro
Recitativo. Adagio
Adagio
Menuetto
Allegro