Mannheimer Mozartorchester (Galakonzert)

Freitag, 12. Mai 2017, 20.00 Uhr
Solist: Martin Stadtfeld, Klavier
Leitung: Timo Jouko Herrmann

J. S. Bach: Brandenburgisches Konzert Nr. 3 G-Dur, BWV 1048
J. F. Fasch:  Sinfonia B-Dur FWV M:B2
J. S. Bach: Konzert für Klavier und Streicher f-Moll, BWV 1056
J. A. Hasse:  Sinfonia g-Moll op. 5/6
J. Chr. Bach:  Konzert für Klavier und Streicher f-Moll, CW C69
C. Ph. E. Bach:   Sinfonia B-Dur, Wq. 182/2

 

PERSONALIA:
Martin Stadtfeld hat sich als einer der weltweit bedeutendsten Pianisten und als Interpret der Musik Johann Sebastian Bachs einen Namen gemacht. Neben dem begehrten Preis „Echo Klassik“ (2004, 2005, 2007, 2008) gewann er auch den Ersten Preis beim Internationalen Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerb Leipzig. Martin Stadtfelds Diskographie ist beeindruckend – unvergessen seine Einspielung von Bachs „Goldberg-Variationen“ bei Sony Classical, mit denen er auf Platz Eins der deutschen Klassikcharts landete. Stadtfelds Interpretationen sind hochgeschätzt. Sein außergewöhnliches Können führt ihn in die wichtigsten Musikzentren und zu den großen Orchestern in Europa und Asien. Ein großes Anliegen des Pianisten ist es, auch Kindern und Jugendlichen in Schulen den Zugang zur klassischen Musik zu ermöglichen. Deshalb besucht er Schüler regelmäßig und erklärt ihnen seine Arbeit als Pianist. Weitere Informationen: www.martinstadtfeld.de
12.5.Martin Stadtfeld c Marco Borggreve Sony Classical

Timo Jouko Herrmann ist als Komponist, Salieri-Spezialist und auch als Dirigent bekannt: Er setzt sich seit 2005 wiederholt für Aufführungen von Werken des hauptsächlich in Wien wirkenden Mozart-Erzrivalen Antonio Salieri ein. Herrmann hat die aufgeführten Stücke ausgegraben und betreute zwei Salieri-CDs für das Mannheimer Mozartorchester: Die Erste wurde sogar für einen Grammy nominiert. Weitere Informationen: www.timojoukoherrmann.de

Das Mannheimer Mozartorchester wurde anlässlich des Mozart-Jubiläums 2006 von seinem Dirigenten Thomas Fey gegründet. Nachdem es zwei CDs mit Sinfonien und Hornkonzerten Mozarts eingespielt hatte, gab es sein umjubeltes Konzert-Debüt am 250. Geburtstag des Komponisten im Mozartsaal des Mannheimer Rosengartens. Die Wormser Zeitung schrieb über das Orchester, dass das auf den Grundsätzen der historisch formierten Aufführungspraxis basierte Klangbild des Orchesters bemerkenswert sei – luftig und elegant, aber an entscheidenden Stellen mit der nötigen Wucht und Vehemenz. Genau deswegen wird es heute von einem breiten Publikum sehr geschätzt. Weitere Informationen: www.mannheimer-mozartorchester.de


WERKBESCHREIBUNGEN:
Die Brandenburgischen Konzerte, die Johann Sebastian Bach in Köthen komponiert hatte, waren seine ersten eigenen Instrumentalkonzerte. Diese wurden dem Markgrafen von Brandenburg gewidmet, der sie aber nicht weiter beachtete. Erst nach dessen Tod 1734 wurden die Werke von dem Bach-Schüler Johann Philipp Kirnberger entdeckt. Das Brandenburgische Konzert Nr. 3 spielt in der Besetzung von je drei Violinen, Violen und Violoncelli sowie dem Basso Continuo. Zwischendurch treten jedoch immer wieder Sologruppen oder einzelne Solisten auf. Verwunderlich hierbei ist, dass der langsame Satz nur aus zwei Akkorden besteht.

Johann Friedrich Fasch komponierte die Sinfonie in B-Dur zwischen 1740 und 1755, sie ist eine von insgesamt 18 erhaltenen Sinfonien. Er schrieb diese Sinfonie – wie bereits Bach – in Köthen und besuchte bei einer Bildungsreise durch Deutschland unter anderem die Städte Oettingen (wohl Oettingen-Wallerstein), Ansbach und Augsburg.

Das Klavierkonzert f-Moll von Johann Sebastian Bach ist das kürzeste und gleichzeitig dank seines wunderschönen Adagio-Satzes eines seiner populärsten Konzerte. Bach setzte diesen Satz auch als einleitende Sinfonie zur Kantate „Ich steh´ mit einem Fuß im Grabe“ ein, in der diese Melodie von einer Oboe gespielt wird. Sie erklingt oberhalb einer Pizzicato-Begleitung und ist kurz, schlicht und bewegt. Sie ist ein Paradebeispiel, wie Bach Tasteninstrumente zum Singen bringen konnte.

Johann Adolph Hasse war ein einflussreicher deutscher Komponist des Spätbarocks. Ihm wurde im Jahr 1733 der Titel des Königlich Polnischen und Kürfürstlichen Sächsischen Kapellmeisters verliehen. In seiner dreißigjährigen Amtszeit als Hofkapellmeister in Dresden formte Hasse das dortige Opernpersonal zu einem der Spitzenensembles seiner Zeit. Da der königliche Hof in Dresden ihm und seiner Familie großzügige Freiheiten gewährte, konnte er auch in seiner eigentlichen künstlerischen Heimat Italien Kontakte pflegen. Hasses Zeitgenossen bewunderten an seiner Musik ihre vornehme Schlichtheit und das Geschick, mit dem er ohne großen Aufwand glänzende, aber nie aufdringliche Effekte erzielte.

Auch Johann Christian Bach prägte seinen persönlichen Stil durch einen mehrjährigen Aufenthalt in Italien. In dieser Zeit rissen die Verbindungen zur musikalischen Welt seines Vaters und seinen älteren Brüdern ab. Seine eingängigen und melodiösen Kompositionen sollten den jungen Mozart nachhaltig beeinflussen, da sie von nobler Eleganz geprägt waren.

Vor allem seine Leistung als Komponist und Interpret von Klaviermusik, aber auch seine Orchesterwerke brachten dem zweiten Sohn Johann Sebastian Bachs, Carl Philipp Emanuel Bach, hohes Ansehen. Carl Phillip erhielt zunächst seinen ersten musikalischen Unterricht bei seinem Vater. Er komponierte unter anderem sechs Sinfonien für Streicher mit Generalbass, wobei die einzelnen Sätze meist nahtlos ineinander übergehen. Die immer wieder geschickt eingefügten Überraschungseffekte gleichen sehr Joseph Haydns Werken und erwecken förmlich den Eindruck sinfonischer Fantasien.


P
ROGRAMM: 

Johann Sebastian Bach (1685–1750)
Brandenburgisches Konzert Nr. 3 G-Dur, BWV 1048

Allegro
Adagio
Allegro assai

Johann Friedrich Fasch (1688–1758):
Sinfonia B-Dur, FWV M:B2

Allegro
Cantabile
Allegro

Johann Sebastian Bach (1685–1750)
Klavierkonzert f-Moll, BWV 1056

Allegro
Largo
Presto

*** PAUSE ***

Johann Adolph Hasse (1699–1783)
Sinfonia g-Moll, op. 5/6

Allegro
Andante
Allegro

Johann Christian Bach (1735–1782)
Klavierkonzert f-Moll, CW C69

Allegretto
Andante e grazioso
Allegro

Carl Philipp Emanuel Bach (1714–1788)
Sinfonia B-Dur, Wq. 182/2

Allegro di molto
Poco adagio
Presto