Oettinger Kammerorchester

Samstag, 29. April 2017, 20.00 Uhr
Solisten: Stefanie Wagner, Sopran und Stefan Schneider, Tenor
Leitung: Günter Simon

W.A. Mozart:   Sinfonie Es-Dur, KV 18
W.A. Mozart:   aus „Entführung aus dem Serail“, KV 384: 4 Arien und ein Duett
J. Haydn: Sinfonie Nr. 89 F-Dur, Hob. I:89


Zusätzlich bieten wir Ihnen am Samstag, dem 29. April 2017, um 16.00 Uhr ein moderiertes Konzert für Kinder mit ausgewählten Musikstücken aus dem Abendkonzert an.

Eintritt nachmittags: Erwachsene 7 Euro, Kinder frei
Platzreservierung nur für Gruppen und Schulklassen

PERSONALIA:
Die Sopranistin Stefanie Wagner wurde in Augsburg geboren. Dort erhielt sie mit drei Jahren ihren erstenStefanie Wagner Musikunterricht. Dann erlernte sie Konzertgitarre und Klavier. Seit 2014 wird sie von Martin Hummel unterrichtet, bei dem sie 2015 ihr Gesangsstudium an der Hochschule für Musik Würzburg begann. Dass sie auf der Bühne zu Hause ist, beweist auch ihr tänzerisches und schauspielerisches Talent: 18 Jahre lang lernte sie klassisches Ballett und Modern Dance an der Ballettakademie Payer in Augsburg. Auch Meisterkurse bei internationalen Musikern, wie zum Beispiel bei Prof. Susanne Kelling oder Prof. Ingeborg Hallstein, brachten ihre gesangliche Ausbildung voran. Ihre letzten Auftritte führten sie unter anderem mit dem Norddeutschen Figuralchor nach Hannover und Bremen. Im Rahmen der Opernschule sang sie zum Beispiel im Februar in der Operette „Orpheus in der Unterwelt“ von Jaques Offenbach die Rolle des Cupido. In Oettingen war Stefanie Wagner im vergangenen Dezember bereits im „Weihnachtsoratorium“ Johann Sebastian Bachs zu hören.

29.4. Stefan SchneiderStefan Schneider, aufgewachsen in Belzheim, besuchte die Berufsfachschule für Musik in Krumbach mit dem Hauptfach Trompete und erhielt dort seinen ersten Gesangsunterricht. 2012 schloss er diese Ausbildung mit „Auszeichnung“ ab und begann das Studium der Schulmusik an der Hochschule für Musik in Würzburg. 2014 nahm er zusätzlich ein Gesangsstudium bei Martin Hummel auf. Er tritt regelmäßig mit renommierten Ensembles wie dem Norddeutschen Figuralchor auf. Seine solistischen Qualitäten als Tenor stellt er regelmäßig bei verschiedenen Konzerten unter Beweis. Zuletzt war er in der h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach und als Evangelist in Bachs „Weihnachtsoratorium“ zu hören. Im Bereich Oper war er schon in Mozarts“La finta giardiniera” als Don Anchise und in Claudio Monteverdis „Il ritorno d’Ulisse in patria“ als Ulisse zu erleben. Im Februar übernahm er die Titelrolle in Jaques Offenbachs „Orpheus in der Unterwelt“. Auch als Trompeter ist er weiterhin aktiv, unter anderem im Dinkelsbühler Blechbläserensemble.


WERKBESCHREIBUNGEN:
Die Sinfonie op.7, Nr.6 von Carl Friedrich Abel wurde lange Zeit für die 3. Sinfonie KV 18 von Wolfgang Amadeus Mozart gehalten, die auch in einer vor 1767 veröffentlichten Version in seiner Handschrift existierte. Die Erklärung: Vater Leopold Mozart ließ seinen Sohn während eines Reiseaufenthalts in London Sinfonien von damals bekannten Komponisten, wie zum Beispiel Abel, zu Übungszwecken abschreiben. Er verwendete in seinem Werk jedoch statt der üblichen Oboen eine modernere Variante mit Klarinetten.

Das 1782 erstmals aufgeführte Singspiel „Entführung aus dem Serail“ von Wolfgang Amadeus Mozart gilt als die erste deutschsprachige Oper. Die von Kaiser Joseph II. in Auftrag gegebene Oper war der Versuch, der italienischen Oper eine deutsche Variante gegenüberzustellen.
In der Oper geht es um die junge Spanierin Constanze, ihre Zofe Blonde und deren Freund, den Diener Pedrillo, die bei einem Piratenüberfall von Constanzes Verlobtem Belmonte getrennt und auf dem Sklavenmarkt verkauft werden. So landen sie im Palast von Bassa Selim. Belmonte macht sich auf die Suche nach ihnen und trifft im Palast auf Pedrillo, mit dem er die Befreiung der zwei Frauen plant. Bassa Selim hat sich währenddessen in Constanze verliebt und möchte sie heiraten. Doch sie möchte davon nichts wissen und hofft darauf, gerettet zu werden. Die Flucht scheint zunächst zu funktionieren, doch dann werden sie von Bassa Selim aufgehalten. Zuerst will dieser alle bestrafen, lässt dann aber Gnade walten und schenkt ihnen die Freiheit.

Joseph Haydns Sinfonie Nr.89, die 1787 komponiert wurde, steht musikwissenschaftlich gesehen angeblich im Schatten der bekannten Sinfonie G-Dur Nr.88. Dieser Eindruck existiert wohl deshalb, weil Haydn bei der Sinfonie große Teile aus anderen von ihm komponierten Werken verwendete – zum Beispiel aus dem 1786 komponierten Konzert für zwei Radleiern (einem mittelalterlichen Streichinstrument), das er für König Ferdinand von Neapel komponiert hatte. Da Hadyn selten sich selbst kopierte, liegt die Frage nahe, ob dies besondere Umstände um 1780 verursacht hatten: Haydns Leben war 1779 durch verschiedene Faktoren sehr kompliziert geworden. Erstens: Auf Schloss Esterházy war damals Hochbetrieb in der Opernsaison. Haydn war beschäftigt mit vielen Kompositionen, der Einrichtung und Leitung von zwölf neuen Opernproduktionen! Zweitens: Kurz nachdem Luigia Polzelli und ihr Mann in diesem Jahre dem Sängerensem­ble beitraten, wurde Luigia Haydns Mätresse. Drittens: Am 18. November 1779 zerstörte ein katastrophales Feuer nicht nur das Opernhaus Esterházy, sondern mit ihm auch einen großen Teil von Haydns Aufführungsmaterial, das bis auf mehr als dreizehn Jahre zurück datierte. Es gab keine Ruhepause. Nur einen Monat nach dem Feuer wurde der Grundstein für ein neues Theatergebäude gelegt. Doch auch in dieser schwierigen Zeit verlor Haydn weitere Ziele nicht aus den Augen. Er verhandelte mit dem Fürsten Esterházy um einen besseren Dienstvertrag und gleichzeitig auch mit Artaria um günstige Verlags­konditionen. Alle diese Faktoren weisen darauf hin, dass die dreijährige Periode von etwa 1779 bis 1781 an Haydn besonders große Anforderungen stellte. Wir wissen, dass Haydn ohnehin stets unter Hochdruck arbeitete, diese Jahre jedoch außerordentlich anspruchsvoll für ihn waren. Bei so viel Opernarbeit ist es keineswegs erstaunlich, dass er einige Stücke aus seinen Bühnenmusiken heraussuchte, um bestimmte Passagen in den Sinfonien zu verwenden.


PROGRAMM:

Carl Friedrich Abel (1723–1787)
Sinfonie Es-Dur op.7, Nr.6 WKO 18

Allegro
Andante
Presto

Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791):
aus „Entführung aus dem Serail“, KV 384, 4 Arien:

Belmonte: „Hier soll ich dich denn sehen“
Blonde: „Durch Zärtlichkeit und Schmeicheln“
Blonde: „Welche Wonne, welche Lust“
Belmonte: „Ich baue ganz auf Deine Stärke“
Rezitativ und Duett Konstanze, Belmonte:
„Welch ein Geschick“
„Meinetwegen sollst du sterben“

*** PAUSE *** 

Joseph Haydn (1732–1809)
Sinfonie Nr. 89 F-Dur, Hob I:89

Vivace
Andante con moto
Menuet. Allegretto
Finale. Vivace assai