Bayerisches Kammerorchester Bad Brückenau (Galakonzert)

Sonntag, 22. September 2019, 17.00 Uhr
Solist und Konzertmeister: Friedemann Breuninger, Violine
Leitung: Sebastian Tewinkel

J. Haydn: Sinfonie g-Moll Hob. I:83 „La poule“
L.v. Beethoven:   Zwei Romanzen für Violine und Orchester
W.A. Mozart: Sinfonie g-Moll KV 183


PERSONALIA:
Der Geiger Friedemann Breuninger ist seit 2002 Erster Konzertmeister im Orquesta Ciudad de Granada. Daneben spielt er als Gastkonzertmeister in zahlreichen Orchestern in Spanien, Italien und Belgien. Seine erfolgreiche solistische Tätigkeit belegen Aufnahmen für den spanischen Rundfunk sowie mit mehreren Preisen ausgezeichnete CD-Einspielungen für Harmonia Mundi. Neben seiner musikalischen Laufbahn ist er auch pädagogisch tätig, in Bloomington als Assistent von Prof. Franco Gulli, und seit 2008 als Professor für Kammermusik in Barcelona.

Nach seinem Dirigierstudium gewann Sebastian Tewinkel gleich zwei wichtige Wettbewerbe: im Jahr 2000 erhielt er den ersten Preis beim Internationalen Dirigierwettbewerb der Stiftung Fundação Oriente in Lissabon und 2001 den Bad Homburger Dirigentenpreis. Von 2002 bis 2013 wirkte Sebastian Tewinkel als Chefdirigent des Südwestdeutschen Kammerorchesters Pforzheim. Seit dem Wintersemester 2010/11 ist er Professor für Orchesterleitung an der Musikhochschule Trossingen. Er engagiert sich außerdem für den künstlerischen Nachwuchs und ist seit 2018 Chefdirigent des Landesjugendorchesters Nordrhein-Westfalen. Seit Saison 2015/16 ist Sebastian Tewinkel GMD und Chefdirigent der Neubrandenburger Philharmonie und übernimmt ab September 2019 zusätzlich die künstlerische Leitung des Bayerischen Kammerorchesters Bad Brückenau.

Das Bayerische Kammerorchester Bad Brückenau (langjähriger Chefdirigent: Johannes Moesus) ist seit vielen Jahren ein in Oettingen hochgeschätzter Klangkörper.6 22September

WERKBESCHREIBUNGEN:
Bereits seit 1768 zählte Paris zu den Orten, wo die Sinfonien von Joseph Haydn regelmäßig aufgeführt wurden. 1784 erteilte die neugegründete Loge Olympique dem im fernen Esterháza weilenden Haydn den Auftrag, sechs große Sinfonien zu komponieren – also keine Werke für einen höfischen Zirkel, sondern für große öffentlichen Konzerte. Die Sinfonie Nr. 83 ist die einzige Moll-Sinfonie unter den sog. Pariser Sinfonien. Sie erfreute sich großer Beliebtheit, und daher mag auch ihr Beiname stammen. Die Bezeichnung „La Poule“ („Das Huhn“) nimmt Bezug auf das Seitenthema des ersten Satzes mit seinen Vorschlagsfiguren, die man als „Gackern“ auffassen kann.

Die beiden Violinromanzen gehören neben dem Violinkonzert zu den populärsten Werken von Ludwig van Beethoven. In den letzten beiden Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts hatte sich in Deutschland eine ausgesprochene Romanzen-Mode entfaltet. Der Begriff „Romanze“ setzte sich als Bezeichnung von poetisierenden bzw. ausgesprochenen liedhaften Instrumentalsätzen durch. In manchen langsamen Sätzen Mozarts ist der zweite Satz als Romanze bezeichnet, z.B. auch in der „Kleinen Nachtmusik“ oder im Klavierkonzert KV 466 (siehe Konzert am 19. Oktober 2019). Auch im späten 19. Jahrhundert blieb die Romanze weiterhin beliebt, wie z.B. bei Antonín Dvořák und Max Reger.

Innerhalb seines sinfonischen Schaffens hat sich Wolfgang Amadeus Mozart nur zweimal dem Mollgeschlecht zugewandt. In beiden Fällen wählte er dieselbe Tonart: g-Moll. Neben der „großen“ Sinfonie von 1788 KV 550 entstand 15 Jahre früher 1773 in Salzburg die „kleine“ g-Moll-Sinfonie KV 183. Dieses Werk des Siebzehnjährigen überrascht durch seine leidenschaftliche Gespanntheit, durch den Ernst und den oftmals gerade schmerzhaften Unterton – ein klingendes Zeugnis aus Mozarts Sturm-und-Drang-Periode. Es hat sich leider eingebürgert, im Zusammenhang mit den beiden Moll-Sinfonien von der „kleinen“ und der „großen“ g-Moll-Sinfonie zu sprechen – ein überaus irreführender Sprachgebrauch, denn das Besondere und Neue der Sinfonie KV 183 liegt gerade darin, dass sie keine „kleine“, sondern ein „große“ Sinfonie ist: sowohl was ihre pathetische Affektebene betrifft (die hier sogar schroffer und unvermittelter auftritt als im späteren Werk) als auch in ihrer breiten Anlage, sie ist kaum kürzer als KV 550.

PROGRAMM:
Joseph Haydn (1732–1809)
Sinfonie Nr. 83 g-Moll Hob I:83 „La Poule“

Allegro
Andante
Menuetto
Finale. Vivace

Ludwig van Beethoven (1770–1827)
Romanze G-Dur für Violine und Orchester op. 40

*** PAUSE ***

Ludwig van Beethoven
Romanze F-Dur für Violine und Orchester op. 50

Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)
Sinfonie g-Moll KV 183

Allegro con brio
Andante
Menuetto
Allegro